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Koronare Herzerkrankung

Die koronare Herzerkrankung stellt die häufigste Todesursache in den Industrieländern dar. Alleine in Deutschland gibt es etwa 6 Millionen Betroffene, von denen ca. 300.000 jährlich einen Herzinfarkt erleiden. Der Herzmuskel wird über die Herzkranzgefäße (Koronarien) mit sauerstoffreichem Blut versorgt. Kommt es durch Ablagerung in diesen Gefäßen zu Verengungen, wird der nachfolgende Herzmuskel nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt. Ist der Blutfluss durch die Verengung soweit gedrosselt, dass es zum Absterben von Herzmuskelzellen kommt, spricht man von einem Herzinfarkt.

 

Koronare Bypassoperation

Durch die koronare Bypassoperation werden die Verengungen über einen Umgehungskreislauf überbrückt, sodass auch der nachfolgende Herzmuskel wieder mit Blut versorgt werden kann. Die Bypassgefäße werden größtenteils mit arteriellen Verbindungen hergestellt, die eine wesentlich günstigere Prognose als Venenbrücken haben. Die arteriellen Verbindungen werden durch Brustwandarterien (Arteria mammaria) durchgeführt; bei Venenbrücken kommen Venen aus dem Bein zu Einsatz.

Gemäß den europäischen Leitlinien ist eine koronare Bypassoperation bei Verengungen von mehreren Herzkranzgefäßen, vorallem bei Patienten mit Diabetes mellitus empfohlen. Zudem können Verengungen, die für Stents schwer zugänglich durch Bypässe behandelt werden. Da die arteriellen Verbindungen mit den Brustwandarterien eine günstigere Prognose haben, wird vorallem bei Patienten unter 70 Jahren eine total-arterielle Bypassversorgung angestrebt.

Die Bypassoperation wird standardmäßig unter Einsatz der Herz-Lungen-Maschine durchgeführt. Diese versorgt den Körper mit sauerstoffreichem Blut und ermöglicht so eine Operation unter optimalen Bedingungen am nicht schlagenden Herzen. In besonderen Fällen, vorallem bei einer verkalkten Hauptschlagader, kann die Operation auch ohne Herz-Lungen-Maschine, also am schlagenden Herzen durchgeführt werden (OPCAB¸ engl: off pump coronary artery bypass). Welches Verfahren für Sie in Frage kommt, wird Ihr Operateur mit Ihnen im Rahmen des Aufklärungsgespräches besprechen.